Depressionen vermeiden in Zeiten der Ausgangssperre – Tag 5

„Heute wird ein guter Tag“ – mein Mantra für Heute, denn ich habe Pläne. Ich mag es mich auf Dinge zu freuen und so habe ich mir einige schöne Pläne gemacht. Vor allem den Plan weiter Instagram-Live-Sport zu machen, denn ich habe von Gestern schon Muskelkater. Oh je. Zu den körperlichen Folgen einer Quarantäne gibt es ja mittlerweile auch lustige Videos. Ich nehme alles auf, was mich ablenkt und zum Lachen bringt, denn wenn ich daran denke, dass die strenge Ausgangssperre hier wochenlang ausgedehnt wird, bekomme ich depressive Gedanken.

Wobei langsam ändert sich meine Einstellung zu der Situation. Ich habe fast das Gefühl, dass ich mich mehr und mehr an diese Ruhe gewöhne. Was bleibt, wenn Konsum und Ablenkung rar wird? Wie zufrieden bin ich mit mir und dem was ich tue? Die eigenen Gedanken können in positive oder depressive Richtungen driften. Und genau deshalb werde ich ab heute eine neue Übung machen, die sehr schnell hilft, seinen Gedanken wieder eine positive Richtung zu geben.

Das Positiv-Tagebuch

Diese Übung ist sehr einfach, ist aber sehr wirksam. Sie funktioniert besonders gut, wenn Du sie jeden Tag machst. Dann sind die positiven Effekte auf Deine psychische Gesundheit enorm.

Nimm Dir jeden Abend ein paar Minuten Zeit und schreibe auf ein Blatt Papier alle positiven Gedanken, Gefühle, Erlebnisse des Tages auf. Je mehr Dir einfällt umso besser.
Hier zum Beispiel ein Auszug aus meiner heutigen Liste:

  • Ich habe den ersten Espresso im Bett genossen, das fühlt sich wie Luxus an.
  • Ich habe leckeres Obst gefrühstückt, das gibt mir Energie uns ein gesundes Gefühl.
  • Ich habe einer guten Freundin das Foto von meinem Frühstück geschickt und sie mir ihres. Dabei fühle ich mich mit ihr verbunden und freue mich.
  • Ich habe am offenen Fenster in der Sonne gesessen, die Wärme fühlt sich einfach gut an.
  • Ich konnte mich heute Vormittag sehr gut auf meine Arbeit konzentrieren. Da bin ich etwas Stolz auf mich.
  • Habe auch heute wieder DJ Carlos live via Instagram zugehört. Zu wissen, dass das live ist und auch andere zuhören fühlt sich nach echtem Leben an.
  • Eine Freundin hat mir einen schlechten Coronawitz geschickt. Trotzdem musste ich herzlich lachen.
  • Mein Hund hat mir meine Socke an den Schreibtisch gebracht und so süß geschaut, dass ich ihm ein paar Leckerlis gegeben habe. Ja, ich bin inkonsequent in meiner Hundeerziehung, aber er bringt mich zum Lächeln.
  • usw.

Meine heutige Liste ist schon so lang und der Tag ist noch nicht einmal vorbei.

Schreib so viel auf Deine Liste, wie Dir einfällt. Alles Positive des heutigen Tages.
Wenn Du mit Deiner Liste fertig bist, lies Dir bitte noch mal jeden Punkt durch und spüre dem Gefühl dabei nach. Lass sich dieses Gefühl in Dir ausbreiten. Genieße das Gefühl noch einmal.
Mach diese Übung möglichst jeden Tag.

Was bewirkt das Führen eines Positiv-Tagebuchs?

Diese Übung hilft einer Depression vorzubeugen. Deswegen ist diese Übung aus meiner Sicht eine gute Unterstützung, um Quarantäne oder Ausgangssperre psychisch gut durchzustehen.
Dass diese Übung so gut wirkt, liegt an folgendem Phänomen. Unsere neuronalen Verknüpfungen im Gehirn formen unsere Wahrnehmung und umgekehrt formt unsere Wahrnehmung unsere Hirnstrukturen. Dieser Formungsprozess zieht sich über ein paar Wochen hin. Konkret heisst dass, wenn wir über mehrere Wochen traurig und verzweifelt sind und dabei unsere Aufmerksamkeit vor allem auf das Traurige und Schlechte richten, dann verändert sich mit der Zeit die Strukturen in unserem Gehirn so, dass wir immer stärker Trauriges und Deprimierendes wahrnehmen. Je stärker wir Trauriges und Deprimierendes wahrnehmen, umso trauriger und deprimierter werden wir. Ihr seht, es ist ein Teufelskreis.
Doch zum Glück lässt sich dieser Teufelskreis durchbrechen, beziehungsweise Ihr könnt dafür sorgen, dass ihr gar nicht erst in einen solchen negativ Teufelskreis geratet. Mit dem Positiv-Tagebuch richtest du aktiv deine Wahrnehmung auf Positives. Je mehr Du Positives wahrnimmst, umso mehr lernt Dein Gehirn Positives wahrzunehmen. Je mehr Dein Gehirn Positives wahrnimmt, umso positiver wird Deine Stimmung. Mit einem Positiv-Tagebuch kannst du nach und nach Deine neuronalen Verknüpfungen und Deine Stimmung positiv verändern. Studien haben gezeigt, dass sich bei täglicher Übung bereits nach 6-8 Wochen veränderte Gehirnstrukturen im MRT nachweisen lassen. Wie cool ist das denn?

Viel Spaß beim Gehirn formen und VIELEN DANK an dieser Stelle auch für die vielen persönlichen Nachrichten zu dem Blog! Schreibt gerne hier Eure Tipps, Lieblingssongs, Links oder Kommentare zu den Tipps – dann haben alle was davon. Stay healthy und dankbar 😊. Und für alle die auch ihren Körper formen wollen noch ein Tipp. Live-Zumba mit @mginellorente am Samstag, 21.03.2020, 10h (Teneriffa Zeit).

3 Kommentare zu „Depressionen vermeiden in Zeiten der Ausgangssperre – Tag 5“

  1. Echt einleuchtend, aber wie kann ich das úber eine lohnende Zeit durchhalten? Vielleicht muss ich einfach damit anfangen, nach dem Motto, JETZT IST DIE BESTE ZEIT, auch um eine Wende zu schaffen. Dann will ich gleich zum Bleistift greifen. Habt wieder vielen Dank und eine gute Zeit mit viel Positivem zu schreiben und zu tanzen und zu lernen, wie reich das Leben sein kann, obwohl es gerade stillsteht. Umarmung oder Air Five, wie ich heute gelernt habe!

  2. Huhu Stefanie,

    deine Positiv-Tagebuch Idee kommt für mich zu rechten Zeit. Momentan fällt mir das positive Denken irgendwie schwer , also werde ich es ausprobieren. Viele liebe Grüße!

  3. Stefanie Selke

    Das freut mich und noch ein Tipp hinterher – ich habe im Moment mein Notizbuch neben dem Bett liegen und schreibe tatsächlich direkt dort. Die Gedanken, die man direkt vor und nach dem Schlafen hat, beeinflussen unser Unbewusstes am meisten. 🙂 Bleibt positiv! Liebe Grüße zurück

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