Konfliktprophylaxe – Nimm´ eine deeskalierende Haltung ein – Tag 11

Warum eine deeskalierende Haltung in einer Quarantäne-Situation angebracht ist, erklärt sich von selbst, oder? Nicht auszumalen, wenn ich meiner Ungeduld oder meinem Frust freien Lauf lassen würde! Das führt niemals zu guten Entscheidungen und Aktionen.

Die Wichtigkeit von Beziehungen habe ich gestern thematisiert und diese Erinnerung an alles, was nicht eskalierend daherkommt, führt diesen Aspekt weiter. Was heißt das also genau?

Für Dich im Kontakt mit Anderen bedeutet das:

  • versuche zuzuhören
  • versuche nachzufragen und zu verstehen
  • versuche es mit einer Klärung bei Unstimmigkeiten zur Konfliktprophylaxe

Für Dich selbst deeskalierend zu Denken und zu Handeln bedeutet:

  • erlaube Dir Deine Gefühle wie Freude, Traurigkeit zuzulassen und entdecke auch deren Endlichkeit – es geht vorbei!
  • du darfst auch mal langsamer, schwächer, direkter oder unzureichender sein als Du eigentlich möchtest – erlaube Dir den Stress aus Deinen persönlichen Antreibern herauszunehmen!

Für mich bietet eine der großartigen Hilfestellungen dazu die Annahme, dass hinter jedem Verhalten eine positive Absicht steckt. Zurück geht diese Annahme auf Virginia Satir (systemische Familientherapeutin und Gründerin des Mental Research Institute in Paolo Alto). Ihr gelang es Überzeugungen und Glaubenssätze ihrer Klienten umzudeuten und damit Musterunterbrechungen zu initiieren. Satir ging so weit, jede Beschreibung, die nicht wertschätzend ist, als falsch zu betrachten. Sie gibt dem, was wir als falsch/ störend oder abwertend wahrnehmen einen neuen Rahmen. Ihre so genannte Regeltransformation ist wie ein Reframing:

Betrachte ein solches Verhalten als einer Regel folgend, dass in einem anderen Kontext einen guten Sinn gehabt haben kann. Welcher Kontext kann das sein? Interpretiere die Nichtpassung als einen Irrtum über die Art des Kontextes. Und unterstütze nun Dein Gegenüber (oder Dich selbst) dabei, eine Interpretation zu finden, die dem jetzigen Kontext angemessener ist. Du unterscheidest dabei die Bedeutung und Bewertung einer Handlung von der Beschreibung der Handlung an sich.

Mir gelingt diese Art des Nachdenkens, Umdeutens und Umgehens mit einer drohenden Eskalation besser, wenn ich erstmal durchgeatmet habe und nicht direkt reagiere! Einmal um den Block gehen (okay, das mache ich jetzt sinnbildlich oder ich gehe das Treppenhaus 3x hoch und runter!) oder wirklich eine Nacht schlafen und das Gespräch erst am folgenden Tag weiterführen. Oder benutze meine Faustregel: Finde erst mindestens 2 andere Kontexte des (störenden) Verhaltens, damit Du Dich im Gespräch auf neue Erklärungen einlassen kannst. Probiert es aus – aber Achtung: diese Übung ist bewusstseinserweiternd.

Was fällt euch noch ein, um Stimmungen zu deeskalieren? Ich bleibe gespannt und schicke Geduld in die Welt!

2 Kommentare zu „Konfliktprophylaxe – Nimm´ eine deeskalierende Haltung ein – Tag 11“

  1. Boah… Wenn mein Herz anfängt wie wild zu schlagen… Dann hilft auch der Gang um den Block wenig…

  2. Stefanie Selke

    Hallo Bettina, danke für Deinen Kommentar. Ja, das ist manchmal schwierig und vielleicht probierst Du es mal mit der REST-Atmung vom Tag 2. Wenn das Herz rast, hilft das eigentlich ganz gut. Wie schnell ist denn so ein Moment der Herz-rasens auch wieder vorbei? Wenn es eine plötzliche Angst/ Stress ist, kann der Körper so eine Reaktion nur ca. 20 Minuten aufrecht halten, dann flacht Herzrasen, Schwindel o.a. erstmal wieder ab. Alles Gute zu Dir.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.